rationsVeröffentlicht am 30. Oktober 2026
Stromausfall-Vorrat: kochen ohne Strom
Was am 28. April 2025 in Spanien stillstand und wie ohne Steckdose ein warmes Essen entsteht: Gaskocher, ein Liter Wasser, drei Beutel und eine Reihenfolge.

Am 28. April 2025 fiel auf dem spanischen Festland der Strom aus, und in den meisten Küchen standen damit Induktionsfeld, Backofen, Mikrowelle und Wasserkocher still. Gegessen wurde, was ohne Steckdose ging. Ein warmes Essen braucht in so einer Lage nur eine Flamme, einen Topf mit Wasser und einen Beutel wie Rations No. 01 Hähnchen & Reis, der mit 330 ml heißem Wasser in acht Minuten fertig ist. Ohne Flamme geht derselbe Beutel mit kaltem Wasser auf, in etwa 20 Minuten. Alles andere ist eine Frage der Reihenfolge.
Der Vorrat beim Stromausfall: was zuerst gegessen wird
Ohne Strom wird es im Kühlschrank Stunde um Stunde wärmer. Geschlossen hält er die Kälte einige Stunden, eine volle Gefriertruhe länger. Jedes Öffnen kostet Kälte, deshalb wird vorher überlegt, was herauskommt, und die Tür bleibt danach zu.
Daraus ergibt sich die Reihenfolge. Zuerst wird gegessen, was im Kühlschrank verdirbt: Aufschnitt, Milchprodukte, Reste vom Vortag. Danach kommt die Gefriertruhe an die Reihe, solange das Gefriergut noch kalt ist. Was angetaut ist, wird gegart und gegessen. Wieder eingefroren wird es nicht, auch wenn der Strom zurückkommt. Erst dann wird der Vorrat angebrochen, der ohne Kühlung lagert, also Konserven, Brot, Zwieback und gefriergetrocknete Gerichte.
Dauert der Ausfall nur einen Abend, bleibt der Vorrat unberührt. Dauert er drei Tage, trägt der Vorrat die letzten zwei.
Kochen ohne Strom: der Gaskocher
Für warmes Essen reicht ein Gaskocher mit Schraubkartusche, wie er auch auf Touren und auf Booten benutzt wird. Ein solcher Kocher verbrennt Sauerstoff und erzeugt Kohlenmonoxid. Er wird deshalb auf dem Balkon oder direkt am weit geöffneten Fenster betrieben, auf einer stabilen, nicht brennbaren Unterlage. In einem geschlossenen Raum hat er nichts zu suchen.
Zum Vorrat gehören eine volle Kartusche im Kocher, eine Ersatzkartusche und ein Feuerzeug oder Streichhölzer in einer dichten Dose. Viele Kocher haben eine Piezozündung, die nach Jahren im Schrank nicht immer zündet. Wie lange eine Kartusche reicht, hängt vom Kocher und vom Wind ab. Die Rechnung wird deshalb einmal zu Hause gemacht, bei einem gewöhnlichen Abendessen auf dem Balkon, und nicht erst am Tag des Ausfalls.
Ein Deckel auf dem Topf spart Gas. Für gefriergetrocknete Gerichte muss das Wasser nicht sprudelnd kochen: Auf dem Beutel stehen 80 bis 100 °C. Sobald es zu sieden beginnt, ist es heiß genug, und die Flamme geht aus.
Was welcher Vorrat ohne Strom braucht
| Vorrat | Wasser | Wärme | bis zum Essen |
|---|---|---|---|
| Kühlschrankware | keines | je nach Gericht | sofort, solange kalt |
| Konserven | keines | nicht nötig, kalt essbar | sofort |
| Nudeln und Reis | reichlich, zum Abgießen | lange auf der Flamme | so lange wie gewohnt |
| Rations, Hauptgericht im 120-g-Beutel | 330 ml | 80 bis 100 °C oder keine | 8 Minuten, kalt etwa 20 |
| Frühstück No. 01 im 90-g-Beutel | 250 ml | 80 bis 100 °C oder keine | 5 Minuten, kalt etwa 20 |
| Süßigkeiten aus dem Beutel | keines | keine | sofort |
Nudeln und Reis sind billig und lagern lange. Ohne Strom haben sie zwei Nachteile: den Gasverbrauch auf der Flamme und das Kochwasser, das danach weggeschüttet wird. Gefriergetrocknete Gerichte werden erst gekocht, dann im Ganzen gefriergetrocknet. Der Kocher erhitzt nur noch das Wasser, das der Beutel aufnimmt, und es gibt keinen Topf mit Essensresten zum Abwaschen.
Ohne Flamme wird kalt aufgegossen. Dieselbe Menge Wasser kommt in den Beutel, umrühren, Zipper zu, dann etwa 20 Minuten warten; wie lange genau, hängt vom Wasser und vom Rezept ab. Das Essen ist danach kühler und weicher, aber dasselbe gekochte Gericht, und wird innerhalb von ein, zwei Stunden gegessen. So bleibt der Vorrat auch dann eine Mahlzeit, wenn die Kartusche leer ist oder kein Kocher im Haus steht.
Essen ohne Flamme für die erste Nacht
Die ersten Stunden eines Ausfalls sind oft die unübersichtlichsten. Es wird dunkel, und niemand weiß, wie lange es dauert. Für diese Stunden lohnt sich ein Fach mit Essen, das ohne Wärme auskommt: Brot oder Zwieback, Nüsse, eine Konserve mit Ringverschluss, ein Beutel Süßes aus der Sweets-Reihe. Ein Hauptgericht passt ebenfalls hinein, kalt aufgegossen braucht es keine Flamme. Die Süßigkeiten sind gefriergetrocknet, wiegen 30 bis 50 g pro Beutel und werden direkt gegessen.
Gekocht wird erst, wenn Licht und Kocher bereitstehen. Dann ist auch Zeit, das Wasser abzumessen, statt es im Dunkeln über den Balkon zu verteilen.
Wasser zum Trinken und Wasser für den Beutel
Bei einem längeren Stromausfall kann auch die Wasserversorgung leiden, wenn Pumpen ohne Strom stehen. Getrunken wird deshalb aus dem Vorrat. Das BBK rechnet mit 2 Litern Wasser pro Person und Tag.
Das Wasser für die Beutel kommt dazu. Ein Hauptgericht aus der Rations-Reihe nimmt 330 ml auf, ein Frühstück No. 01 Porridge mit Obst 250 ml. Ein Tag mit Frühstück und zwei Hauptgerichten braucht 910 ml Wasser, heiß oder kalt. Pro Person und Tag liegen damit knapp 3 Liter im Regal, für drei Tage knapp 9 Liter.
Ein warmer Tag aus dem Beutel
So läuft ein Tag ohne Strom mit gefriergetrocknetem Vorrat ab. Morgens werden 250 ml Wasser erhitzt, das Porridge ist nach fünf Minuten fertig. Mittags und abends je 330 ml für ein Hauptgericht, acht Minuten mit geschlossenem Zipper. Zwischendurch gibt es etwas aus dem Schrank. Zu zweit werden 660 ml auf einmal erhitzt und zwei Beutel nacheinander aufgegossen, das spart eine zweite Runde auf der Flamme.
Der Beutel ist dabei Schüssel und Topf zugleich. Er wird aufgerissen, der Sauerstoffabsorber kommt heraus, das Wasser hinein, einmal bis in die Ecken umrühren, Zipper zu. Gegessen wird mit dem Löffel direkt aus dem Beutel. Der leere Beutel geht wieder zu und kommt in den Müll, ohne zu riechen.
Ein Tag nach diesem Muster bringt aus dem 72-h-Paket für 85 € rund 1.490 kcal. Die Kiste enthält sechs Hauptgerichte, drei Frühstücke und drei Beutel Süßes und deckt drei Tage für eine Person. Welche weiteren Dinge in die Kiste gehören, von der Taschenlampe bis zu den Telefonnummern auf Papier, steht in der Liste im Ratgeber 72-Stunden-Notvorrat: was nach EU-Empfehlung hineingehört.
Wo der Vorrat steht
Ein Vorrat, der im Dunkeln nicht zu finden ist, nützt wenig. Die Kiste steht an einem festen Platz, den alle im Haushalt kennen, mit der Taschenlampe obenauf. Der Kocher liegt daneben, nicht drei Zimmer weiter. In einer Wohnung ohne Balkon wird der Platz am Fenster vorher ausgesucht und freigeräumt, damit der Kocher dort sicher steht.
Gelagert wird kühl und trocken, weg von Backofen und Heizung. Gefriergetrocknete Gerichte von Stock Up sind 36 Monate haltbar. Das hängt an der Wasseraktivität, die bei jeder Charge gemessen wird, bevor sie verpackt wird. Die Süßigkeiten halten 12 Monate.
Einmal im Jahr werden Daten und Kartuschen geprüft. Wer dafür einen festen Tag wählt, vergisst es nicht. Der 28. April liegt nahe.







