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rationsVeröffentlicht am 28. Oktober 2026

72-Stunden-Notvorrat: was nach EU-Empfehlung hineingehört

Die EU-Empfehlung vom März 2025 und der Rahmen des BBK als Liste: Wasser, Licht, Kocher und Essen für drei Tage, rund 1.490 kcal pro Person und Tag.

Von Stock Up. Aktualisiert am 28. Oktober 2026.

Holztisch in einer Berghütte mit dem offenen orangen Rations-Beutel, Karte, Kocher und Becher

Seit März 2025 empfiehlt die Europäische Kommission, dass sich jeder Haushalt in der EU im Krisenfall 72 Stunden lang selbst versorgen kann. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rechnet großzügiger: möglichst 10 Tage, zumindest 3. Für die drei Tage reicht eine Kiste im Vorratsregal. Ein Teil davon ist Essen, das ohne Kühlschrank auskommt, etwa Rations No. 01 Hähnchen & Reis im 120-g-Beutel mit 469 kcal und 45 g Protein.

72-Stunden-Notvorrat: EU-Empfehlung und BBK-Rahmen

Die EU-Empfehlung setzt einen Zeitraum, keine Einkaufsliste. Drei Tage lang werden weder Supermarkt noch Hilfe von außen vorausgesetzt. Der Rahmen des BBK füllt diesen Zeitraum mit Zahlen. Gerechnet werden 2 Liter Wasser pro Person und Tag, empfohlen wird Essen, das nicht gekocht werden muss oder mit wenig Aufwand fertig ist.

Ausführliche Listen für Deutschland stehen beim BBK, für Österreich und die Schweiz bei den Zivilschutzbehörden des jeweiligen Landes. An der Costa del Sol gibt es ein eigenes Beispiel aus jüngerer Zeit. Am 28. April 2025 fiel auf dem spanischen Festland der Strom aus, und mit ihm Kartenzahlung und Ampeln. Was an so einem Tag zuerst gegessen wird und wie ohne Steckdose ein warmes Essen entsteht, beschreibt der Ratgeber Stromausfall-Vorrat: kochen ohne Strom. Hier geht es um die Kiste selbst.

Die Checkliste für drei Tage

Pro Person und für 72 Stunden:

  • 6 Liter Trinkwasser, also 2 Liter pro Tag
  • Essen für drei Tage, das ohne Kühlschrank hält
  • ein Gaskocher mit voller Kartusche und ein Feuerzeug
  • Taschenlampe und Ersatzbatterien
  • ein Radio mit Batterie oder Kurbel
  • eine geladene Powerbank
  • Bargeld in kleinen Scheinen
  • Erste-Hilfe-Set und die Medikamente, die regelmäßig gebraucht werden
  • Kopien wichtiger Dokumente in einer Klarsichthülle
  • Seife, Toilettenpapier, Müllbeutel
  • die wichtigsten Telefonnummern auf Papier

Fast alles davon passt in eine Kiste unter dem Bett oder im Keller. Am schwersten ist das Wasser, am leichtesten zu vergessen sind die Telefonnummern. Ein leeres Handy kennt nämlich keine mehr.

Wasser zum Trinken und Wasser zum Aufgießen

Gefriergetrocknetes Essen braucht Wasser zum Aufgießen, und dieses Wasser rechnet man am sichersten zusätzlich zu den 2 Litern des BBK. Ein Hauptgericht aus der Rations-Reihe nimmt 330 ml auf, heiß mit 80 bis 100 °C oder kalt, ein Frühstück 250 ml. Ein Tag aus dem Menü unten kommt damit auf 910 ml, drei Tage auf 2.730 ml.

Für eine Person ergeben sich rund 8,7 Liter für 72 Stunden. Davon sind 6 Liter zum Trinken und 2,7 Liter zum Aufgießen. Wer die zehn Tage des BBK anlegt, lagert 20 Liter Wasser pro Person. Gekauftes Wasser in Flaschen trägt ein eigenes Mindesthaltbarkeitsdatum und wird bei der Jahresprüfung mit kontrolliert.

Heiß wird das Wasser auf einem Gaskocher mit Kartusche. Ein Gaskocher verbrennt Sauerstoff und erzeugt Kohlenmonoxid, deshalb wird er auf dem Balkon oder am weit geöffneten Fenster betrieben.

Welches Essen in die Kiste gehört

Drei Arten von Vorrat stehen zur Wahl. Konserven sind fertig, brauchen kein Wasser und schmecken notfalls auch kalt, wiegen aber mit Dose und Flüssigkeit ein Mehrfaches ihres Inhalts. Nudeln und Reis kosten wenig. Sie brauchen jedoch einen Topf mit reichlich Wasser und eine ganze Weile auf der Flamme, und jede Minute verbraucht Gas aus derselben Kartusche.

Gefriergetrocknete Gerichte liegen dazwischen. Sie sind vorher gekocht, wiegen ohne ihr Wasser wenig und werden nur mit Wasser übergossen, heiß oder kalt. Heiß läuft der Kocher so lange, bis das Wasser heiß ist, danach nicht mehr. Kalt braucht es keine Flamme, nur etwa 20 Minuten, je nach Wasser und Rezept. Für eine Kiste, die drei Tage tragen soll, zählen zwei Dinge: das Gewicht der Kiste und das Gas im Kocher.

Das Dreitagesmenü aus dem 72-h-Paket

Das 72-h-Paket für 85 € ist auf genau diese drei Tage zugeschnitten. In der Kiste liegen sechs Hauptgerichte im 120-g-Beutel, drei Beutel Frühstück No. 01 Porridge mit Obst und drei Beutel Süßes. Einzeln gekauft kosten dieselben Beutel 102,75 €.

TagFrühstückHauptgerichteSüßeskcaltrockenWasser
1Porridge mit ObstHähnchen & Reis, Rinder-Chili mit ReisSaure Schlüssel1.489380 g910 ml
2Porridge mit ObstHähnchen & Reis, Rinder-Chili mit ReisErdbeer-Bärchen1.482380 g910 ml
3Porridge mit ObstPasta Bolognese, Linsen mit ChorizoPfirsichringe1.509380 g910 ml
zusammen3 Beutel6 Beutel3 Beutel4.4801.140 g2.730 ml

Die beiden Hauptgerichte eines Tages bringen zusammen 64 bis 80 g Protein. Rund 1.490 kcal pro Tag reichen zur Überbrückung von drei Tagen, für Wochen sind sie zu wenig. Was ohnehin im Schrank liegt, Nüsse oder Zwieback, ergänzt den Tag.

Zubereitet wird jedes Gericht im eigenen Beutel. Beutel aufreißen, den Sauerstoffabsorber herausnehmen, heißes oder kaltes Wasser bis zur Menge auf der Rückseite einfüllen, umrühren, Zipper schließen. Mit heißem Wasser ist ein Hauptgericht nach acht Minuten fertig, das Porridge nach fünf. Mit kaltem dauert es etwa 20 Minuten, je nach Wasser, und das Essen ist kühler und weicher; gegessen wird es innerhalb von ein, zwei Stunden. Das Süße kommt ohne Wasser direkt aus dem Beutel. Es gibt keinen Topf zum Abwaschen, und das spart Wasser, das im Ernstfall knapp ist.

Hergestellt wird alles an der Costa del Sol, und jedes Gericht wird erst gekocht, dann im Ganzen gefriergetrocknet. Nach Deutschland und Österreich kostet der Versand 9,90 € und ist ab 79 € kostenlos. Das Paket geht also ohne Versandkosten raus.

Das Datum auf der Kiste: 12 Monate

Hauptgerichte und Porridge sind 36 Monate haltbar, die Süßigkeiten 12 Monate. Für die ganze Kiste gilt das kürzere Datum.

Nach einem Jahr werden die drei Beutel Süßes gegessen und durch neue ersetzt. Die Gerichte bleiben bis zu ihrem eigenen Datum in der Kiste. Dass sie so lange halten, liegt an der Wasseraktivität, die bei jeder Charge gemessen wird. Verpackt wird nur bei 0,60 oder weniger, mit Sauerstoffabsorber, in einem metallisierten Beutel, der kein Licht durchlässt. Chargennummer und Datum sind auf jeden Beutel gedruckt.

Lagern und einmal im Jahr prüfen

Die Kiste steht kühl, trocken und dunkel. Neben dem Backofen oder im Sommer im Kofferraum steht sie falsch. Ein Kellerregal oder der Boden eines Kleiderschranks eignen sich besser.

Einmal im Jahr werden Daten, Batterien, Medikamente und Wasser geprüft. Was bald abläuft, wird an einem gewöhnlichen Dienstag gegessen oder getrunken und nachgekauft.

Für zwei Personen werden zwei Kisten gerechnet. Wer kleiner anfangen will, nimmt das Segelwochenende für 49 €: vier Hauptgerichte und zwei Frühstücke für zwei Tage. Mit dem 72-h-Paket, rund 9 Litern Wasser und einem Gaskocher pro Person sind Essen und Trinken für die drei Tage der EU-Empfehlung gedeckt.

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