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HintergrundObst4 Min. Lesezeit

Gefrier­getrocknete Früchte: knusprig statt zäh

Frisches Obst ist zum größten Teil Wasser, eine Cherimoya zu fast vier Fünfteln. Was übrig bleibt, wenn es fehlt, passt in einen Beutel für die Jackentasche und bricht zwischen den Zähnen.

Von STOCKUP · Stand:

Eine Schale gefriergetrocknete Cherimoya und eine ganze Cherimoya auf einem Marmortisch, dahinter der Beutel Fruit No. 01 und das Meer
Links die Stücke, rechts die Frucht, aus der sie werden. Die Schale ist ein Serviervorschlag.
Inhalt (5)

Frucht ohne Wasser, sonst nichts

Die Verbraucherzentrale beschreibt das Ergebnis als „sehr leichte, knusprige Früchte mit intensivem Geschmack“1. Dahin kommt die Frucht tiefgefroren und in einer Vakuumkammer: Das gefrorene Wasser geht dort direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über, und wo das Eis war, bleiben Poren2.

Ganz kalt ist das Verfahren nicht. Damit das Eis verdampft, wird die Kammer beheizt, und in der letzten Phase darf Obst 60 bis 70 °C erreichen2. Am Ende bleibt weniger als 5 % Wasser im Stück. In unserer Cherimoya steckt nur Cherimoya, im Apfel mit Zimt Apfel und Zimt. Zugesetzt wird sonst nichts.

Wasser in frischer Cherimoya, je nach Datenbank3
77–79%
Wasser in getrockneten Feigen4
30%
Wasser nach der Gefriertrocknung2
< 5%

Im Beutel steckt ein Vielfaches an Frucht

Wie viel frische Frucht in einem Beutel war, lässt sich aus dem Wassergehalt ausrechnen. Die spanische Nährwertdatenbank BEDCA gibt für Cherimoya 76,9 g Wasser pro 100 g an3, die Datenbank des US-Landwirtschaftsministeriums 79,4 g4. Bei 3 % Restfeuchte entspricht ein Gramm Trockenfrucht damit 4,2 bis 4,7 g Fruchtfleisch. Für einen Beutel mit 40 g sind das rechnerisch 170 bis 190 g Fruchtfleisch. Weil eine Cherimoya nur zu 60 % essbar ist, steckt darin rund 300 g ganze Frucht mit Schale und Kernen5. Beim Apfel mit 85,7 % Wasser sind es rund 270 g Fruchtfleisch3.

Das sind Rechnungen, keine Messungen. Die Menge, mit der wir selbst rechnen, steht in der Zutatenliste auf der Seite jedes Beutels. Zum Vergleich: Für 100 g gefriergetrocknete Erdbeeren braucht es nach der Verbraucherzentrale etwa ein Kilo frische1. Das erklärt auch den Preis, den sie im deutschen Handel mit 70 bis 200 Euro pro Kilo angibt1.

Pro 100 g mehr Zucker als Trockenobst

Mit dem Wasser geht kein Zucker. Was die Frucht hatte, bleibt, nur auf weniger Gewicht verteilt. Frische Cherimoya hat 12,9 g Zucker pro 100 g4, gefriergetrocknet sind es rechnerisch um die 60 g. Ein Beutel Cherimoya liefert 145 kcal. Die Verbraucherzentrale rechnet bei Erdbeeren mit etwa zehnmal so viel Zucker pro 100 g wie in frischen und fügt an, dass deshalb kein Zucker zugesetzt sein muss1.

Weil gefriergetrocknetes Obst trockener ist als gewöhnliches Trockenobst, hat es pro 100 g mehr Zucker, nicht weniger. Getrocknete Äpfel mit knapp 32 % Wasser haben 57,2 g, auf 3 % Wasser getrockneter Apfel 81,1 g4.

Drei Arten, Obst haltbar zu machen
GefriergetrocknetTrockenobstBananenchips
VerfahrenGefroren, Eis im Vakuum abgezogen2In warmer Luft getrocknet, manchmal geschwefelt6Frittiert4
Wasser pro 100 gUnter 5 g220–32 g744,3 g4
BissKnusprig, behält die Form1Weich und zäh7Knusprig, mit 33,6 g Fett pro 100 g4
Unterm StrichWorauf es ankommtAm meisten Zucker pro 100 gWeniger Zucker pro 100 g, dafür zähEher Knabbergebäck als Obst

Drei Arten, Obst haltbar zu machen

Verfahren

Gefriergetrocknet
Gefroren, Eis im Vakuum abgezogen2
Trockenobst
In warmer Luft getrocknet, manchmal geschwefelt6
Bananenchips
Frittiert4

Wasser pro 100 g

Gefriergetrocknet
Unter 5 g2
Trockenobst
20–32 g74
Bananenchips
4,3 g4

Biss

Gefriergetrocknet
Knusprig, behält die Form1
Trockenobst
Weich und zäh7
Bananenchips
Knusprig, mit 33,6 g Fett pro 100 g4

Unterm StrichWorauf es ankommt

Gefriergetrocknet
Am meisten Zucker pro 100 g
Trockenobst
Weniger Zucker pro 100 g, dafür zäh
Bananenchips
Eher Knabbergebäck als Obst

Geschwefelt wird Trockenobst, damit es die Farbe behält. Über 10 mg pro Kilo muss das auf dem Etikett stehen. Von 48 Proben, die Bayern 2018 untersucht hat, waren drei geschwefelt6.

Die DGE zählt Trockenobst, gefriergetrocknetes kennt sie nicht

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) lässt 25 g Trockenobst eine der fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag ersetzen, kleiner als eine Portion frisches Obst, weil mehr Energie darin steckt8. In Spanien rät der wissenschaftliche Ausschuss der Lebensmittelbehörde AESAN, zwischendurch frisches Obst zu essen und dabei Säfte, Obst in Sirup und Trockenobst zu meiden. Eine Portion Obst sind dort 120 bis 200 g frische Frucht9.

Gefriergetrocknetes Obst erwähnt keine der beiden. Die 25 g der DGE gelten für Trockenobst mit 20 bis 30 % Wasser und lassen sich nicht übertragen. Die Verbraucherzentrale sieht gefriergetrocknete Früchte als Ergänzung, nicht als Ersatz für frisches Obst, schon weil frisches viel mehr Volumen hat1.

Was das Verfahren mit Vitaminen und Mineralstoffen macht, steht unter Gefriertrocknung und Nährstoffe.

Trocken knuspert es, offen nicht lange

Gegessen wird gefriergetrocknetes Obst trocken, direkt aus dem Beutel, zum Kaffee oder über Joghurt gestreut. Wasser braucht es keins. Wer es lieber süß und mit mehr Luft mag, landet bei den gefriergetrockneten Süßigkeiten.

Gefriergetrocknete Früchte nehmen schnell Feuchtigkeit auf, schreibt die Verbraucherzentrale1. Der Zucker zieht Wasser aus der Luft, die Struktur wird weich und fällt zusammen2. Darum: nach jedem Griff den Zipper zu. Geschlossen hält ein Beutel 12 Monate, offen isst du ihn innerhalb von 7 Tage leer.

Unser Obst: Gewicht, Preis und Haltbarkeit
BeutelGewichtPreisHaltbar
Cherimoya40 g5,50 €12 Monate
Cherimoya15 g2,45 €12 Monate
Apfel mit Zimt40 g4,95 €12 Monate
Apfel mit Zimt15 g2,45 €12 Monate

Unser Obst: Gewicht, Preis und Haltbarkeit

Der kleine Beutel mit 15 g passt in die Jackentasche und ist schnell leer, bevor er weich wird.

Aus unserem Sortiment

Cherimoya

Nur Cherimoya, das Wasser ist raus. Knusprig, solange der Zipper zu ist.
5,50 €Zur Cherimoya

Quellen

Abgerufen am 6. November 2026

  1. Gefriergetrocknete Früchte: Wie gesund sind Erdbeerchips, Bananen oder Mangos? (öffnet eine andere Website)Verbraucherzentrale
  2. The Freeze-Drying of Foods—The Characteristic of the Process Course and the Effect of Its Parameters on the Physical Properties of Food Materials (öffnet eine andere Website)Nowak, Jakubczyk, Foods 2020 · auf Englisch
  3. Base de Datos BEDCA: Chirimoya, Manzana (öffnet eine andere Website)Base de Datos Española de Composición de Alimentos · auf Spanisch
  4. FoodData Central, SR Legacy: cherimoya, apples, figs dried, apples dehydrated, banana chips (öffnet eine andere Website)US-Landwirtschaftsministerium, FoodData Central · auf Englisch
  5. Chirimoya (öffnet eine andere Website)Fundación Española de la Nutrición · PDF · auf Spanisch
  6. Sulfit und Schwefeldioxid in Trockenfrüchten – Untersuchungsergebnisse 2018 (öffnet eine andere Website)Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
  7. Packaging and Storing Dried Foods (öffnet eine andere Website)National Center for Home Food Preservation, University of Georgia · auf Englisch
  8. Obst und Gemüse (öffnet eine andere Website)Deutsche Gesellschaft für Ernährung
  9. Informe del Comité Científico de la AESAN sobre recomendaciones dietéticas sostenibles y recomendaciones de actividad física para la población española (öffnet eine andere Website)AESAN, Wissenschaftlicher Ausschuss, 2022 · PDF · auf Spanisch
  10. Regulation (EC) No 1924/2006 on nutrition and health claims made on foods (öffnet eine andere Website)Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, konsolidierte Fassung · auf Englisch